Haifa

Haifa ist die drittgrößte Stadt Israels. Die Großstadt an der Mittelmeerküste mit dem größten Seehafen des Landes existiert seit der Antike. Neben Juden, Christen, Drusen und Muslimen gibt es in Haifa eine weitere große Glaubensgemeinschaft: Mitten in der nördlichen Hangstruktur des Karmel befindet sich das Weltzentrum der Bahai-Religion. Beinahe über die ganze Höhe des Hangs ziehen sich persische Gärten. Im Zentrum befindet sich der Schrein des Bab, in dem der Vorläufer des Religionsstifters der Bahai seine letzte Ruhestätte fand. Der Schrein des Bab gilt als Wahrzeichen der Stadt Haifa und wurde 2008 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt.

Im Gebiet des heutigen Haifa bestanden über Jahrhunderte hinweg verschiedene kleinere Orte. In der Bibel findet Haifa keine Erwähnung. Im 2. Jahrhundert n. Chr. ist in den Talmudschriften zum ersten Mal von einer Siedlung namens Haifa zu lesen. Die Römer nannten Haifa auch Caiphas Porphyria oder Efa. Der Ort eignete sich damals nicht für den Bau eines Hafens, da der Südrand der Bucht von Haifa den Westwinden ungeschützt ausgesetzt war. Daher war Akko lange Zeit die wichtigste Stadt in dieser Gegend, während Haifa eher einem Fischerdorf glich.

Im Gebiet der heutigen Unterstadt wurde 1758 eine neue Siedlung mit geschlossener Stadtmauer und Festung gegründet und der Hafen ausgebaut. 1869 erfolgte die Gründung einer „Deutschen Kolonie“ – damals etwas außerhalb der Stadt – durch christliche Siedler der Tempelgesellschaft aus Süddeutschland. Mit ihrem zeitgemäßen Handwerk, Fortschrittlichkeit in Landwirtschaft, Industrie, Gesundheits- und Transportwesen sowie der Veranlassung des Baus der ersten Mole verhalfen sie dem Ort zu einem Wachstumsschub.

Im Jahr 1905 erhielt die Stadt Anschluss an die Bahnlinie nach Damaskus. 1939 wurde Haifa an eine Rohölleitung aus dem Irak angeschlossen und erhielt eine Ölraffinerie mit Ölverschiffungshafen. Durch diese Großprojekte strömten Tausende von arabischen Wanderarbeitern aus Nachbarländern nach Haifa. Auch der Zuzug jüdischer Einwanderer verstärkte sich. Die Araber blieben in den bergigen Regionen, die jüdischen Bewohner besiedelten die Ebenen, Sanddünen und Sumpfgelände, die sie entwässerten. In jenem unwirtlichen Umfeld erkrankten zahlreiche Menschen an Malaria, und nicht wenige verloren dabei ihr Leben.

Nach der Staatsgründung Israels 1948 wurden die internationalen Eisenbahnlinien eingestellt. Die Pipeline aus dem Irak wurde ebenfalls gekappt, so dass von Haifa aus kein Ölexport mehr möglich war.

Den besten Blick über die gesamte Stadt bietet die Louis-Promenade. Unterhalb der Bahai-Gärten befindet sich die Ben-Gurion-Straße mit der historischen deutschen Siedlung.

©110617 (2) Haifa

©110617 (1) Haifa in Sicht

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