Latrun

Der Ort Latrun liegt etwa 30 Kilometer westlich von Jerusalem im Ajalon-Tal, an der Verbindungsstraße zwischen Tel Aviv und Jerusalem. Seit 2003 kann in Latrun der Miniatur-Freizeitpark Mini-Israel mit 350 Modellen von Sehenswürdigkeiten aus dem ganzen Land besichtigt werden.

Die Ortschaft beherbergt zudem seit 1890 ein Trappistenkloster. Oberhalb des Klosters, auf dem Hügel der alten Kreuzfahrerburg, lebt seit über 30 Jahren eine kleine Gemeinschaft der Jesus-Bruderschaft. Deren Gebäude bestehen zum Teil aus Mauern der ehemaligen Burg. Die Festung wurde im 12. Jahrhundert errichtet und diente damals der Sicherung der Pilger- und Heerstraße von Jaffa nach Jerusalem.

Im israelischen Unabhängigkeitskrieg von 1948 fand hier einer der erbittertsten Kämpfe zwischen Israelis und Arabern statt. Es ging um die Kontrolle der Straße nach Jerusalem.

Latrun befindet sich auf der sogenannten Grünen Linie. Der Name geht auf die grüne Tinte zurück, mit der 1949 die vereinbarte Waffenstillstandslinie zwischen Israel und Jordanien auf der Landkarte eingezeichnet wurde. In den Friedensverhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern spielt die Grüne Linie eine wichtige Rolle, da sie von der palästinensischen Seite als Grundlage für eine zukünftige Grenzziehung angesehen wird. Gemäß dem Waffenstillstandsabkommen von 1949 musste die Straße von Tel Aviv nach Jerusalem für den israelischen Verkehr geöffnet werden. Jordanien ignorierte jedoch die Vereinbarung. Aus diesem Grund benutzten die Israelis bis zum Sechstagekrieg im Jahr 1967 einen Umweg über die sogenannte Burma-Straße.

Im Gebiet von Latrun fand im 13. Jahrhundert v. Chr. der Kampf Joschua Ben Nuns gegen fünf Amoriterkönige statt. Nach biblischer Überlieferung stand die Sonne aufgrund des Gebetes von Joschua still. So konnte der Kampf am Freitag, noch vor dem Schabbat, siegreich zu Ende geführt werden (Josua 10,12–13).

©110703 (11) Am Abend wandert es sich wieder leichter

Zwischen Tel Aviv und Latrun

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